Woche 8 / 2020

Wunderbare Kunstwerke gezeigt


Drei Künstlerinnen, die ganz unterschiedlich arbeiten, zeigen ihre Werke im Kirchgemeindehaus Aarwangen – vereint in einem harmonischen Ganzen. Die Werke von Isabella Mori, Yvonne Kaldas und Margrit Kammermann können am kommenden Wochenende nochmals bestaunt werden. Staunend stehen sie im Freien vor dem Kirchgemeindehaus in Aarwangen und gucken einfach in den Himmel. Man kennt sie im Oberaargau – die Luftgucker, welche Margrit Kammermann geschaffen hat. Fröhliche Zeitgenossen, die Passanten verweilen und die Zeit ein wenig still stehen lassen. Gleich daneben die ebenso fröhlichen Kühe aus rostigem Stahlblech. Auch diese hat die Rütscheler Künstlerin geschaffen. Die Kunstwerke im Freien laden zum Besuch der jährlichen Kunstausstellung des Kulturkreises der Kirchgemeinde Aarwangen ein, die am vergangenen Samstag mit einer Vernissage eröffnet wurde.


Drei Oberaargauer Künstlerinnen zeigen ihre Werke
Erika Wüthrich vom Kulturkreis der Kirchgemeinde Aarwangen freute sich, neben den drei Künstlerinnen Isabella Mori, Yvonne Kaldas und Margrit Kammermann auch viele Gäste zur Vernissage begrüssen zu dürfen, die vom Duo «olive d‘or» aus Huttwil – Dorothea Schuler (Cello und Gesang) und Olivier Erb (Gitarre und Gesang) – musikalisch passend umrahmt wurde.

Eine Passion fürs Leben
Erde, Ton und Keramik – das sei die Welt von Yvonne Kaldas, betonte Annemarie Egger-Johner, welche die einleitenden Worte zur Ausstellung sprach. Bereits ganz früh sei Yvonne Kaldas klar geworden, dass sie Keramikerin werden wolle. Als Siebenjährige habe ihr ein Freund ihrer Eltern einen Steinzeugbecher in die Hände gelegt. «Als Yvonne Kaldas diesen Becher in der Hand gespürt hat, wusste sie, dass sie diesen Beruf erlernen will», verriet Annemarie Egger. Doch zuerst galt es, einen «richtigen » Beruf zu erlernen, wie es der Vater wollte. Es folgten eine KV-Lehrer, mehrere Jahre als Fremdsprachensekretärin in verschiedenen Firmen. Neben Beruf und Familie bildete sich Yvonne Kaldas kontinuierlich gestalterisch weiter: Malerei in Öl, Tempera, Acryl, Aquarell und Aktzeichnen, Keramik, Dreh- und Aufbaukurse bei mehreren Töpferinnen und Töpfern, Glasurenkurse. 1991 schliesslich schloss sie ihren Wunschberuf als Töpferin-Keramikerin an der Schule für Gestaltung in Bern ab. Ihre vielseitiges Wissen und Können unterstrich Yvonne Kaldas mit den in der Ausstellung gezeigten Werken. Da stehen fein gearbeitete Gebrauchskeramik wie Weinkühlgefässe oder Vasen neben wunderbaren Skulpturen wie Feen oder dem grossartigen Froschkönig in der Goldschale. Wieder ganz anders die bunten, frechen und fröhlichen Vögel, die die Künstlerin erst letzthin unter dem Motto «Aaregeier » in einer Ausstellung gezeigt hat. Im Experimentieren entdecken Die in Walliswil wohnhafte Isabella Mori habe schon als Kind gerne gezeichnet, gab Annemarie Egger-Johner zur Vita der zweiten Ausstellenden zu verstehen. Natürlich sei auch bei ihrer Lehre als Confiseurin-Konditorin das kreative Element zum Tragen gekommen, führte Egger weiter aus, wobei diese Arbeiten aber immer bestimmten Normen und Vorgaben hätten entsprechen müssen. Das komplett freie kreative Schaffen habe Isabella Mori dann beim Malen mit ihrer Tochter entdeckt. Der nächste Schritt auf ihrem künstlerischen Werdegang sei dann das Malen mit Acrylfarbe auf Leinwand gewesen. «Ausprobieren, frei arbeiten, Bilder entstehen lassen und das Farbenspiel entdecken », das gefalle Isabella Mori, betonte Annemarie Egger. Auf genau diese Reise können sich Betrachtende begeben, die in den Bildern Isabella Mori versinken könnten und eigene Geschichten darin entdecken.

Beim Malen zur Ruhe kommen
Die Türe zur Malerei habe sich bei Margrit Kammermann bei einem Therapiesetting geöffnet. Dort habe sie mit grossen Bewegungen die Farben an die Wand «geknallt», habe dabei viel verarbeitet und sei mit dem Malen zur Ruhe gekommen. Und damit sei die Künstlerin bei ihrer Berufung angekommen, führte Annemarie Egger weiter aus. Sie habe damit begonnen, Gesichter zu zeichnen und dann bei einem Gesicht entdeckt, dass dieses sie wie ihr Schulschatz Willi anlächle. Schon bald kam wurde Willis Partnerin Lilli geboren. «Die beiden machen ganz verrückte Sachen, machen die Welt ein wenig lustiger und bunter», führte Annemarie Egger weiter aus. Überhaupt: Im Arbeiten der Rütscheler Künstlerin zeigt sich eine bunte, fröhliche Welt, die in entsprechend leuchtenden Farben gehalten ist. Ob das nun Engadiner Dörfer sind, die beiden Figuren Lilli und Willi, die herrlichen Luftgucker oder Kühe, die auf der Weide Purzelbäume schlagen.

Harmonische Ausstellung
So unterschiedlich Isabella Mori, Yvonne Kaldas und Margrit Kammermann arbeiten, so harmonisch werden die Werke im Kirchgemeindehaus Aarwangen gezeigt. Die Werke der drei Künstlerinnen können am kommenden Wochenende nochmals bestaunt werden und bieten einen schönen Einblick in die Vielfalt des Oberaargauer Kunstschaffens.

THOMAS FÜRST



Ausstellung

Isabella Mori, Yvonne Kaldas und Margrit Kammermann
im Kirchgemeindehaus Riedgasse 22, 4912 Aarwangen

Öffnungszeiten
Samstag, 15. Februar 16 – 19 UHR
Sonntag, 16. Februar 14 – 18 UHR