Woche 12 / 2019

Geändertes Konzept für die 36. AutoExpo


Alle Automarken, welche im Oberaargau vertreten sind, sind auch an der 36. Autoexpo vertreten. Allerdings nicht mehr ausschliesslich in der Halle des Parkhotels wie bisher, sondern neu an sechs Standorten: Fünf Aussteller an ihren Firmenstandorten, die übrigen neun Aussteller zusammen mit Gastausstellern und Sponsoren wie bis anhin in der Halle des Parkhotels. Der Oberaargauer unterhielt sich mit OKMitglied Christoph Schneeberger über die Hintergründe des abgeänderten Konzepts. Es sind schwierige Zeiten für Messen. Der Uhrenmesse Baselworld laufen wichtige Aussteller davon – einst bedeutende Messen wie die Muba und die Züspa gibt es überhaupt nicht mehr, weil die Besucher fehlen. Den letztjährigen Autosalon in Genf besuchten zwar rund 660’000 Besucherinnen und Besucher – trotzdem sind wichtige Automarken wie Ford, Hyundai, Jaguar, Land Rover, Opel oder Volvo nicht unter den Ausstellern am diesjährigen Autosalon zu finden.


Da sei die AutoExpo Langenthal, welche dieses Jahr bereits zum 36. Mal über die Bühne gehen wird, vergleichsweise gut aufgestellt, findet Christoph Schneeberger, der im sechsköpfigen OK zusammen mit Victoria Bringolf für Werbung und Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist. «Die in Langenthal und Umgebung vertretenen Automarken sind an der AutoExpo lückenlos präsent», sagt der Bützberger Garagist. Verhehlt dabei aber nicht, dass man sich auch unter den AutoExpo- Ausstellern laufend Gedanken über die Form der gemeinsamen Ausstellung machte und macht.

Eine einzigartige Plattform
Ist eine Autoausstellung in der Halle noch zeitgemäss? Vor allem um diese Frage hätten sich Überlegungen und Diskussionen unter den Mitgliedern des Vereins «AutoExpo Langenthal und Umgebung» immer wieder gedreht, sagt Christoph Schneeberger. Dabei seien die Ansichten der 14 Mitglieder nicht wirklich deckungsgleich gewesen, was in der Vergangenheit zu Rückzügen einzelner Aussteller und zu vielen Wechseln im Organisationskomitee geführt habe. So setzt sich das aktuelle, sechsköpfige Organisationskomitee denn auch zur Hälfte aus bisherigen und neuen Mitgliedern zusammen. Ihm gehören an: Andreas Gautschi (Garage Gautschi AG, Langenthal), Victoria Bringolf (Garage Oetterli AG, Langenthal), Pasqualina De Luca (cashgate AG, Langenthal), Ernst Grogg (Autohaus Hard AG, Langenthal), Peter Hilpert (Garage Greub AG, Wynau) und Christoph Schneeberger (Schneeberger AG Automobile, Bützberg). Die neuen OK-Mitglieder hätten ihre Aufgabe nicht wirklich gesucht, gibt Schneeberger zu verstehen. «Wichtig ist uns gewesen, dass die Plattform AutoExpo bestehen bleibt, denn die gemeinsame Ausstellung, begleitet von einem grossflächigen Werbeauftritt, bietet allen Beteilligten unvergleichliche Präsentationsmöglichkeiten», ist sich Schneeberger sicher.

Eine erster Schritt hin zur Veränderung
Die auf dieses Jahr hin realisierte Form der Ausstellung mit insgesamt sechs Standorten – ähnliche Konzepte gebe es in Bern, Basel oder Chur – sei zwar ein Kompromiss, aber auch ein erster Schritt hin zur Veränderung. Insgesamt eine positive Entwicklung, wie Schneeberger meint. «Wir haben dieses Jahr einen Aussteller mehr als bei der letzten AutoExpo und dürfen wiederum auf zahlreiche Sponsoren und Gastaussteller aus artverwandten Branchen zählen», betont Schneeberger. Zudem könnten an den sechs Standorten auch mehr Fahrzeuge als bisher gezeigt werden – ein unschätzbarer Vorteil für das Publikum. Zumindest für einen Teil des Publikums, wie Schneeberger präzisiert: «Es gab schon bisher Besucher, die auf ein bestimmtes Auto zusteuerten und dann die Halle wieder verliessen, während andere die Möglichkeit zum umfasssenden Vergleich vor Ort nutzten.»

Solidaritätsgedanke funktioniert
Die Zusammenarbeit unter den Ausstellern bezeichnet Schneeberger als sehr gut. «Wir arbeiten mit- und nicht gegeneinander», betont er, «denn die Werbeplattform AutoExpo ist für alle Ausstellenden wichtig.» So sei auch die Finanzierung unter Hallen- und Aussenausstellern solidarisch geregelt. «Jeder Aussenaussteller bezahlt einen vierstelligen Beitrag an den gemeinsamen Auftritt».

Termin nach Autosalon ist wichtig
Der Termin unmittelbar nach dem Autosalon sei eminent wichtig. Nicht unbedingt, weil dann die am Autosalon präsentierten Neuheiten erstmals auch in der Region gezeigt werden können, sondern weil der Frühling die Zeit des Autokaufs schlechthin sei. Die Autobranche verzeichne in der Schweiz normalerweise in den Monaten Februar und März am meisten Neuimmatrikulationen von Fahrzeugen.

Eine weitere Ausstellung im Herbst wäre wünschenwert
In Zukunft werde es gelten, die Auto- Expo als Treffpunkt und Informationsplattform im automobilen Bereich zu erhalten und deren Attraktivität durch neue Ideen zu steigern. Diesbezüglich wird in diesem Jahr erstmals ein Kinderhütedienst angeboten, damit auch Familien mit Kleinkindern die Ausstellung im Parkhotel entspannt geniessen können. Christoph Schneeberger selber würde sich in erster Linie eine zweite gemeinsame Ausstellung der Garagisten im Herbst wünschen. «Das wurde im Verein schon mehrmals andiskutiert, scheiterte bisher leider immer an der Terminfindung», bedauert der Bützberger Garagist.

THOMAS FÜRST